WARUM DU ALS KÜNSTLERIN EIN GUTES SELBSTVERTRAUEN BRAUCHST,
UM FÜR DEINE HANDSCHRIFT ZU BRENNEN 

Foto JACQUELINE BRANDWAYN

Du bist eine begabte Künstlerin?

Wenn du das mit JA beantwortest, dann lies bitte weiter.

Mal ehrlich, wie viele Bilder stehen gut verpackt in deinem Atelier? Wie viele kommen jeden Monat dazu?

Die nächste geplante Ausstellung ist in ein paar Monaten. Durch die Corona Krise ist es noch schwieriger geworden zu planen.
Ob bei der Ausstellung etwas verkauft wird ist nicht sicher. Deine Galerie meldet sich auch nicht.

Du lässt dich bei Vernissagen in deiner Lieblingsgalerie öfter sehen und bist im Kunstverein. Dort triffst du andere Künstlerinnen, die das ganz ähnlich erleben.

Das ist doch total frustrierend.

Als sich die erste Galerie für meine Arbeiten interessiert hat war ich so stolz. Ich kann mich noch sehr gut an die E-Mail mit der Anfrage für eine Zusammenarbeit erinnern.

Ich dachte, hey, jetzt geht es los. Aber beim ersten Gespräch kam eine niederschmetternde Info so ganz nebenbei:
Ich müsste erstmal 5 Jahre aktiv Ausstellungen machen, um von Kunstinteressierten ernst genommen zu werden. Frauen werden schnell als Hobbykünstlerinnen wahrgenommen.

Da war ich erstmal sprachlos. Als ich mich für die Kunst entschieden habe war mir bewusst, dass ich als Quereinsteiger mit etwas mehr Gegenwind rechnen muss. Aber ich bringe durch meine langjährige Tätigkeit in der Modebranche viel kreative Erfahrung mit.
Wer investiert 5 Jahre seiner Zeit, um zu zeigen, dass er kann was er kann??

Dann habe ich recherchiert und dabei sind mir noch ganz andere Fakten begegnet.

Ich konnte es kaum fassen: In welchen Zeiten leben wir denn?

In den Medien geht es viel um die Gleichberechtigung der Frauen. Es gibt sicher noch viel zu verbessern, aber ich fühle mich hier in Europa als gleichberechtigter Mensch in einer modernen Gesellschaft. Ich war mir sicher, dass das Kunstbusiness im Zeitgeist ganz vorne liegt. Aber das Ergebnis hat mich schockiert.

Als Frau tun diese Fakten richtig weh

  1. In Museen und Ausstellungen sind Frauen weniger präsent
  2. Der Anteil der Kunststudentinnen ist allerdings höher. Er lag 2018 bei 55%
  3. Frauen erzielen in Auktionen im Schnitt 48 Prozent weniger Erlös
  4. unter den 500 erfolgreichsten Künstlern weltweit sind nur 19 Frauen

Wenn du als Künstlerin nicht genug positives Feedback bekommst und entsprechend zäh verkaufst, geht es vielleicht gar nicht um deine Arbeit.

In der Gesellschaft werden männliche Künstler offensichtlich bevorzugt.
Aber was machen die denn anders?

  • Männer unterstützen sich gegenseitig
  • Sie treten selbstbewusster auf, sind von ihren Arbeiten überzeugt
  • Sammlern und Museen bevorzugen männliche Künstler

Generationen von Frauen haben unter diesen Umständen gearbeitet. Aber was könnte der Schlüssel zu mehr Sichtbarkeit für uns sein? Im Atelier Bild nach Bild produzieren und darauf hoffen entdeckt zu werden?
Egal wie gut du bist, ich glaube die Kunstwelt wartet nicht auf dich.

Werde lauter, zeige dich!

Zeige deine Persönlichkeit, den wundervollen Menschen hinter den Arbeiten. Wie wäre es damit?

  • Raus aus gewohnten Verhaltensmustern – rein in ein neues – HIER BIN ICH – Bewusstsein. Voller Freude und Energie.
  • Den Mund aufmachen, LAUTER WERDEN. Da gibt es viel mitzuteilen.
  • Die Chancen nicht nur nutzen, nein, CHANCEN KREIEREN.
  • Mehr Radikalität im Zutrauen leben – ICH KANN DAS ist das Zauberwort.
  • Und wenn es mit dem Zeigen beim ersten Mal nicht klappt, na und? AUF KEINEN FALL GLEICH ALLES HINSCHMEISSEN.
  • Mit Enthusiasmus ein wirklich authentisches Selbstbewusstsein kultivieren nach dem Motto:
    MEIN ANDERS SEIN IST GENAU RICHTIG!

Was machen diese Aufforderungen mit dir?
Nimm dir einen Augenblick Zeit, um die Energie hinter den Worten wirken zu lassen. Wie fühlt sich das an?

Die vielleicht größte Hürde

Da wird es jemanden geben, der dich zu laut findet. Da kommen so Aussagen wie: “Eigenvermarktung bei Künstlern, dass finde ich gar nicht gut”. Und schon ist sie da, die Angst vor den kritischen Worten.

Das ist der entscheidende Moment – Rückzug oder weiter machen?

Aber das ist normal, es wird immer die geben, die einen anderen Geschmack haben, die sich von unseren Arbeiten nicht angezogen fühlen. Allen zu gefallen ist nicht möglich.

Mit Kritik umgehen lernen

Kritik darf auf gar keinen Fall persönlich genommen werden. Die Herausforderung ist, sich ein dickes Fell zuzulegen. Frei von dieser Angst zu sein, bedeutet sich frei ausdrücken zu können.

Denn als Künstlerin authentisch zu sein ist wohl DAS WICHTIGSTE.

Dein einmaliger, kreativer Ausdruck ist ein Geschenk an die Welt.
Zeig dich mit allem was dich ausmacht, du bist großartig. Mit deinem Potential bist du mitten drin und veränderst die Gesellschaft aktiv. Du lebst Gleichberechtigung.

Oder würdest du lieber eine Frauenquote in Museen beantragen?

Ich schreibe hier über nichts Neues. Das Ungleichgewicht ist schon lange offensichtlich. Es gibt beispielhafte Frauen in der Kunstgeschichte, die viel mehr Gegenwind erfahren haben. Sie haben durch ihren Mut den Weg freier gemacht.
Studien zeigen, dass der Kunstmarkt ein Spiegel der Gesellschaft ist. Je gleichberechtigter ein Land, desto fairer läuft es auch auf dem Kunstmarkt.

Frauen bringen Frauen auf den Weg

Es liegt etwas in der Luft und es tut sich einiges. Beispielhafte Frauen brechen mit ihren radikalen Ansätzen die alten, gewohnten Strukturen auf. Da ist ein Wille zu erkennen, bei zeitgenössischen Ausstellungen ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Frauen stehen jetzt an erster Stelle:

  • Tate-Chefin Maria Balshaw lässt 2019 in der Tate Galerie in einem Teil des Hauses zeitgenössische Kunst von Männern abhängen. In der Sektion für britische Kunst seit 1960 sind dann ausschließlich Arbeiten von Künstlerinnen zu sehen.
  • In der Tate Modern, dem Haus für Moderne Kunst, verfolgt Direktorin Frances Morris dasselbe Gleichheitsprinzip mit einer Reihe von Soloschauen für Künstlerinnen.
  • Der begehrte Turner-Kunstpreis wurde in den vergangenen acht Jahren sechsmal an eine Künstlerin vergeben.
  • Die Alte Nationalgalerie in Berlin zeigt bis März 2020 „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1900“.
  • Immer mehr Frauen übernehmen die Leitung renommierter Institutionen; die Medienkünstlerin Hito Steyerl wurde 2017 von der „Art Review“ zur einflussreichsten Person der Kunstwelt gekürt.

Zeige deine ganze Größe

Finde deinen ganz individuellen Weg, um gesehen zu werden. Da heißt es dran bleiben und mit viel Ausdauer deiner unverwechselbaren Handschrift treu bleiben.
Große Veränderung braucht die Wiederholung des Neuen bis es normal ist.
Eins ist aus meiner Erfahrung die Basis: du musst zuerst an dich selber glauben. Diese Ausstrahlung überzeugt. 

Und eins ist klar, Alleinkämpferinnen haben es schwerer. Es ist wichtig, dass wir Frauen uns gegenseitig unterstützen.

Viel Freude dabei deine wahre Größe zu leben.

Dann kommen Galeristen, Sammler und Kuratoren nicht mehr an dir vorbei.

Lust auf eine gemeinsame Aktion bekommen?

Melde dich gerne bei mir. Wir lernen uns erstmal kennen und unterstützen uns dann gegenseitig. Ich freue mich auf dich.
Schau doch schonmal wie ich arbeite. Hier geht es zu meiner Kunst Seite.